Lebensweise

Neben den Vogelspinnen sind Skorpione Spinnentiere und von größter terraristischer Bedeutung. Sie sind über alle Erdteile verbreitet. Skorpione sind nachtaktiv und leben im Verborgenen. Sie dürfen deshalb nicht der vollen Sonne oder Terrarienbeleuchtung ausgesetzt werden da sich ihre meist sechs bis acht Augen an die versteckte Lebensweise angepasst haben. Durch Überhitzung durch direkte Sonnen- oder Lichteinstrahlung können die Tiere sterben. In Wüstenterrarien sind mehr schattige Versteckplätze anzulegen als in einem Tropenterrarium, wo die Hauptwärme von unten kommen sollte.


Skorpione sind, wenn sie die Möglichkeit haben, während des Tages total inaktiv. Erst bei Sonnenuntergang beginnen sie sich auf Nahrungssuche zu machen oder nach einem Partner Ausschau zu halten. Während des Tages halten sie sich in selbstgebauten Verstecken auf. Man darf ihre Schnelligkeit nicht unterschätzen, denn sie sind in der Lage für kurze Zeit sehr schnell zu Laufen. In der Regel sind Skorpione fünf bis zehn Zentimeter groß. Es gibt in Afrika und Asien auch einige Exemplare die bis zu 20 Zentimeter groß werden können. Natürlich gibt es auch Zwerge unter den Vertretern der Skorpionen, welche nur knapp zwei Zentimeter groß werden.

Die Größe des Skorpions sagt auch absolut nichts über die Gefährlichkeit seines Giftes aus. Einige Skorpionarten können in manchen Fällen mit anderen Artgenossen zusammen leben. Sie entwickeln dabei keine kannibalischen Gelüste. So ist es durchaus möglich eine große Anzahl von Centruroides oder Vejovis unter Seinen in Amerikas Südwesten zu finden. Auch erscheint es, dass die meisten Skorpione immun gegen das Gift ihrer eigenen Art sind.


Paarung und Nachzucht

Skorpione haben ein Paar von einmaligen Sensororganen, die zwischen dem dritten und vierten Beinpaar an der Bauchseite liegen. Es dient zur Bestimmung der einzelnen Arten. In der Regel haben die Männchen besser ausgeprägte Geschlechtsorgane als die Weibchen. Die Geschlechtsorgane des Männchen befinden sich unter der Genitalplatte. Während der Paarung greift das Männchen die Zangen (Pelipalpen) des Weibchens mit seinen Zangen und es sieht so aus als wenn beide Hand in Hand laufen. Bei diesem Tanz setzt das Männchen einen Spermatropfen ab, welcher vom Weibchen aufgenommen wird. Nach zwei bis drei Monaten beginnt der Hinterleib des Weibchens anzuschwellen. Von etwa 200 Eizellen im Körper des Weibchens gelangen etwa 30 solcher Eizellen zu vollständigen Entwicklung von Jungtieren. Die kleinen Skorpione werden als dünne, zarte, empfindliche, weiße Duplikate ihrer Mutter geboren. Währen der ersten Wochen bleiben die jungen Skorpione bei ihrer Mutter und leben auf ihrem Rücken. Sie ernähren sich ausschließlich von ihrem Eissack. Nach der ersten Häutung ist der Stachel mit Gift geladen und die kleinen Skorpione können erstmals selbständig auf Beutefang ausgehen. Skorpione können ein Alter von sechs bis acht Jahren erreichen. Die meisten Arten wachsen sehr schnell und können nach sechs bis acht Monaten Geschlechtsreif werden.

Bei der Haltung in Gefangenschaft kommt es häufig vor, dass das Weibchen die Jungtiere frisst. Sie fühlen sich von äußeren Einwirkungen gestört oder das Klima im Terrarium ist nicht richtig oder verändert sich zu oft. Zuallererst sollte versucht werden die Mutter mit ihren Jungtieren von den anderen Skorpionen zu trennen, da besonders Weibchen sich gegenseitig die Jungen vom Rücken fressen. Einige Züchter empfehlen die Jungen nach der ersten Häutung von der Mutter zu trennen und in einem anderem Terrarium aufzuziehen, andere lassen die Jungen ca. ein Jahr bei der Mutter, die allerdings immer reichlich Futter zur Verfügung haben sollte. Sie füttert ihre Jungen dann mit Beutetieren bis sie selber auf Jagd gehen können. Die Jungen durchzubringen ist so oder so recht schwierig. Die Temperatur sollte um die 24-27°C liegen und die Luftfeuchtigkeit auch erhöht sein. Nach 1-2 Wochen brauchen sie Futter, welches in Form von Mikroheimchen oder anderen kleineren Beutetieren gereicht werden kann. Es ist auch zu beobachten, dass die Jungtiere Futterreste von anderen Tieren aufnehmen. Bis dahin ernähren sie sich von ihrem Eissack. Mit dem wachsen der Skorpione muss selbstverständlich auch die Futtergröße angepasst werden.


Futter

Alle Skorpione sind Jäger und möchten ihre Beute selber fangen. Zu ihren Beutetieren gehören Insekten, Spinnen und auch kleine Schlangen. Eines der Hauptfutter in Gefangenschaft sind Heimchen und Heuschrecken, deren Größe der Größe der Skorpione angepasst sein muss. Auch Mehlwürmer werden von Skorpionen akzeptiert. Wenn nicht immer lebendes Futter gereicht werden kann, werden auch getötete Insekten oder rohes Fleisch genommen. Größere Skorpionarten können auch Babymäuse annehmen. Skorpione fressen in einer Woche ein bis zwei große Heimchen oder entsprechend große Heuschrecken. Die Fütterung sollte nach Möglichkeit abwechslungsreich sein, was sich auf das Wohlbefinden der Tiere positiv auswirkt. Es muss auch nicht übermäßig viel gefüttert werden da Skorpione mal 3 - 5 Monate ohne Futter auskommen. Manche Arten sind wahre Hungerkünstler. Sie können fast zwei Jahre ohne Nahrung am Leben bleiben.

Ein hungriger Skorpion läuft mit erhobenen, noch vorn gerichteten und geöffneten Maxillipalpenscheren umher. Sein Postabdomen wird, vor allem bei Arten, die sich Höhlen bauen, hoch aufrecht gebogen, und der Giftstachel wird vielfach an das vorletzte Glied angelegt getragen. Arten die tagsüber unter Steinen oder Rinde lauern, tragen ihr Postabdomen häufig nach der Seite. Stößt das Tier nun gegen etwas Genießbares, so greift es blitzschnell mit einer der Palpenscheren zu. Mitunter werden auch beide Scheren gleichzeitig eingesetzt. Die Beute wird dann sofort den Chelizeren zugeführt. Bei größeren Insekten tritt außerdem der Giftstachel in Aktion, der über den Vorderkörper des Skorpions geschleudert wird. Nur Buthidae setzen regelmäßig auch bei kleinen Beutetieren den Giftstachel ein. Die Treffsicherheit dabei ist erstaunlich. Das geschickte Ausweichen, aber auch das Orten von anderen Tieren, könnte darauf schließen lassen, dass die Augen dabei mit im Spiel sind, was aber nicht der Fall ist.

Ihre Nahrung verzehren Skorpione mit den Mundwerkzeugen ( Chelizeren ). Sie führen die Beute mit ihren Zangen (Palpen) zum Mund, wo sie mit Hilfe von Verdauungssäften erst vorverdaut wird. Skorpione sind also nicht innerlich verdauend, sondern nehmen die Nahrung schon vorverdaut zu sich. Wenn Skorpione nicht fressen und ihr Futter verweigern, dann ist meist einer der drei Gründe Schuld daran: 1.Sie sind nicht hungrig, 2.Sie sind trächtig oder 3.Das Terrarium ist zu kalt. Die ersten zwei Gründe sind nicht problematisch, aber wenn das Terrarium zu kalt ist, dann sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass die richtige Hälterungstemperatur eingestellt wird.


Handhabung

Zu allererst muss gesagt werden, dass Sie niemals einen Skorpion berühren sollten. Skorpione sind keine Haustiere die wie Goldhamster herausgenommen werden oder sogar gestreichelt werden wollen. Wenn sie einen Skorpion dennoch handhaben müssen, müssen Sie unbedingt lange schwere Handschuhe anziehen. Während Sie sich mit dem Skorpion beschäftigen, dürfen sie ihn nie aus den Augen lassen. Arten der Gattung Pantinus und Heterometrus sind relativ harmlos und stechen nur selten. Das gleiche kann aber nicht über viele andere Arten gesagt werden, die auch im Handel angeboten werden. Bei der Haltung von Skorpionen müssen Sie auch die eventuell anfallenden Bestimmungen einhalten. Stiche der Gattungen Centruroides, Tityus und Leturus können beim Menschen zum Tode führen. Es liegt also kein Grund vor, diese Haustiere als harmlos einzustufen. Sind Sie besonders Vorsichtig, mit Ihnen unbekannten Arten. Von den ca. 1500 bekannten Arten sind ungefähr zwei Dutzend für den Menschen gefährlich.

Im Gegensatz zu den Spinnen beißen Skorpione ihre Opfer nicht, sondern sie stechen ihr Opfer und entleeren dabei ihr Gift. Die Einstichstelle ist in der Regel wie nach einem Wespenstich sehr schmerzhaft, nachfolgend geschwollen und gerötet. Mitunter kann es zu Bläschenbildung und Taubheitsgefühl kommen. Diese lokalen Symptome können mehr oder weniger prompt von allgemeinen Krankheitszeichen begleitet werden. Besonders bei Kindern treten diese frühzeitig und heftig in Erscheinung. Dabei kommt es zu Übelkeit, Bauchkrämpfen und Erbrechen, zu Schweißausbruch und Kurzatmigkeit. Neben verschwommenem Sehen und verwaschener Sprache kann es auch zu Muskelkrämpfen und vor allem bei Kindern zu einer generalisierten Unruhe kommen. In schweren Fällen stellt das Ansteigen von Blutdruck und Herzfrequenz eine lebensbedrohliche Kreislaufkomplikation dar.

Nach einem Stich sollte man den Betroffenen beruhigen. Die entsprechende Extremität ist ruhigzustellen. Alle Manipulationen, wie zum Beispiel das Abbinden oder Ausschneiden der Stichstelle sollten unterlassen werden, um eine nachfolgende Infektion zu vermeiden. Vor allem Kinder müssen umgehend in ärztliche Behandlung gebracht werden. Falls der Skorpion getötet wurde empfiehlt es sich, diesen zur späteren Identifizierung aufzubewahren. Eventuell kann daraufhin ein spezifisches Gegengift verabreicht werden.


Körperbau

Entsprechen ihrer versteckten Lebensweise sind ihre meist vier bis acht Augen recht klein und dienen im wesentlichen der Unterscheidung von Hell und Dunkel und der Wahrnehmung von Bewegungen. Der Hauptsinn ist in den Tastorganen lokalisiert, die in großer Mannigfaltigkeit insbesondere an den scheren bewaffneten Maxillipalpen, aber auch an den Laufbeinen, den an der Bauchseite befindlichen Kämmen und dem Postabdomen lokalisiert sind. Feinste Erschütterungen und Luftströmungen, die ein Beutetier verursacht, werden mit beweglich eingelenkten Becherhaaren wahrgenommen. Die Chelizeren tragen kleine Scheren. An der Unterseite des Abdomens finden sich vier Paar Fächertracheen. Männchen und Weibchen einer Art unterscheiden sich auf den ersten Blick dadurch, dass erste oft relativ längere und schlankere Scheren und längere Schwänze haben. Zur Unterscheidung der Geschlechter ist am sichersten die Genitalplatten beim narkotisierten oder toten Tier anzuheben: Nur bei den Männchen finden sich dort zwei Klammerhaken: Man muss dabei jedoch äußerst vorsichtig zu Werke gehen, vor allem wenn es sich um giftige Tiere handelt. Manche Arten können wie Vogelspinnen Töne hervorbringen. Die Skorpione gehören zu der Gruppe der Spinnentiere, da sie auch vier Beinpaare haben. Ein Spinnvermögen ist aber nicht ausgebildet.


Terrarium

Skorpione können in einfachen Terrarien gehalten werden. Geeignet sind eigentlich auch alle Terrarien, wie sie auch für die Spinnenhaltung empfohlen werden. Da die meisten Skorpione Bodenbewohner sind, muss das Terrarium aber nicht zu hoch sein. Reine Ganzglasaquarien sind aber nicht geeignet. Voraussetzung für die Haltung von Skorpionen ist, dass das Terrarium absolut sicher verschlossen werden kann. Unfälle mit Skorpionen dürfen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

Skorpione haben die Neigung zu klettern. Sie können deshalb alle Stellen im Terrarium erreichen. Dieser Tatsache muss Rechenschaft getragen werden und alle Teile des Terrariums müssen ausbruchsicher sein. Die Grundfläche von Skorpion-Terrarien für kleine und mittlere Arten sollte mindestens 20x30 cm betragen. Natürlich sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie die Möglichkeit haben, ihren Skorpionen einen größeren Lebensraum zu bieten, dann tun Sie es. Ob die Skorpione zusammengehalten werden können hängt nicht nur von der Größe der Tiere und der Größe des Terrariums, sondern hauptsächlich von der Friedlichkeit der einzelnen Arten ab.

Die Temperatur im Terrarium sollte 27°C nicht überschreiten. Bei der Beheizung ist eine übermäßige Erhitzung des Bodensubstrates zu vermeiden. Es ist deshalb günstiger, in dem Terrarium zwei Klimazonen einzurichten. In der einen Ecke befindet sich dann die geheizte Zone und in der anderen eine kühlere. Wird es den Skorpionen zu warm oder zu kalt werden sie sich in die andere Zone zurückziehen. Wenn die Hitze unerträglich wird, rollen sie sich zusammen und legen sich auf den Rücken. Dieses Verhalten deutet auf eine starke Bedrohung hin. Jetzt ist vom Pfleger sofort Abhilfe zu schaffen. Je höher das Bodensubstrat im Terrarium ist, desto besser kann sich die Wärme und die Feuchtigkeit selber regulieren. Für die meisten Terrarienbewohner ist die Luftfeuchtigkeit genauso wichtig wie die richtige Temperatur. Die in den meisten Fällen erforderderliche Feuchtigkeitserhöhung ist am einfachsten gewährleistet durch regelmäßiges besprühen mit einer Pflanzenspritze, wobei die Tiere möglichst nicht direkt getroffen werden sollten. Auch das aufstellen eines möglichst großen Wassergefäßes mit großer Wasseroberfläche dient der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zur Beheizung ist eine Beleuchtung nicht erforderlich und für die Haltung von Skorpionen auch nicht unbedingt zu empfehlen.


Tropenterrarium

Prinzipiell leben Skorpione in der Natur in zwei verschiedenen Lebensräumen. Pandinus und Heterometrus stammen aus warmen Gebieten Afrikas und Asiens mit hoher Luftfeuchtigkeit (70-80%). Aus diesem Grund benötigen sie ein lockeres, leichtes Bodensubstrat in welchem sie Versteckplätze anlegen können. Sehr gut geeignet als Bodensubstrat ist Torf, ungedüngte Blumenerde oder Vermiculit (welches aber nicht zu leicht sein sollte). Als Unterschlupf werden halbierte Korkröhren empfohlen. Es sollte pro Skorpion mindestens ein Versteckplatz angelegt werden. Damit die Luftfeuchtigkeit im Terrarium hoch bleibt, müssen Sie das Bodensubstrat möglichst jeden Tag mit Wasser einsprühen oder eine automatische Befeuchtung installieren. Ich habe einen Zimmerbrunnen installiert, der sehr gut angenommen wird. Im Terrarium sollte eine leichte Luftzirkulation vorherrschen, ohne dass es zu Durchzug kommt. Das wird in der Regel durch zwei vergitterte Öffnungen (möglichst eine unten und eine oben ) erreicht. Diese sollten das entrinnen der Skorpione und Futtertiere auch verhindern. Zur Bepflanzung kann jede Pflanze eingesetzt werden die etwas höhere Temperaturen verträgt. Von einer Düngung der Pflanzen ist dringend Abstand zu halten, da die Tiere vergiftet werden können.


Wüstenterrarium

Wüstenskorpione, die Arten der Gattungen Hadogenes, Androctonus, Opisthophthalmos, Buthus, Parabuthus und Letrus, benötigen ein trockenes Wüstenterrarium mit mindestens zehn bis fünfzehn Zentimeter Sand als Bobensubstrat. Vogelsand wie er in allen Zoofachgeschäften angeboten wird eignet sich besonders gut für ein solches Terrarium. Keineswegs dürfen chemisch vorbehandelte Sandsorten verwendet werden. Wichtig ist jedoch, dass der Sand wirklich tief genug ist. Die Skorpione mögen es in der Nähe eines Felsens oder eines größeren Stückes Holz im Sand zu graben. Aus diesem Grund sollten solche Dekorationsstücke vorhanden sein die aber auch gegen Einsturz gesichert sind. Auch Wüstenbewohner benötigen etwas Wasser und sollten immer eine Schale mit frischem Trinkwasser bekommen. Die erforderliche Wärme sollte nicht von unten (wie bei einem Tropenterrarium durch Heizmatten, Heizsteine oder Heizkabel) kommen, sondern wie in der Wüste von oben in Form von Wärmestrahlern oder Glühlampen. Denn Wüstenskorpione graben sich bei übermäßiger Hitze in den kühleren Boben ein. Bei Infrarot bzw. Keramikwärmestrahlern ist besondere Vorsicht angebracht. Wird die Heizquelle über dem Sand angebracht, so ist unbedingt darauf zu achten, dass der Abstand groß genug ist, so dass keine Verbrennungsgefahr gegeben ist. Die Luftfeuchtigkeit beträgt in dieser Art von Terrarien nahezu 0%.


Stichverletzungen

Bei jedem Skorpionstich muss eine TETANUS-Prophylaxe durchgeführt werden, falls kein ausreichender Tetanusschutz besteht.

Lokal ist vor allem auf Ruhigstellung der gestochenen Extremität zu achten, mäßige Kühlung, aber kein Eis. Der lokale Schmerz kann mit den üblichen Schmerzmitteln (Paracetamol, Aspirin, Codein) behandelt werden und im Bedarfsfall mit Lokalanästhetikainfiltration an der Bissstelle.

Bei Allergie: Antihistaminika und Cortison, bei anaphylaktischer Reaktion Adrenalin; ärztliche Überwachung bis zum sicheren Abklingen der Reaktion.

Bei cholinerger Symptomatik (Übelkeit, Speichelfluss usw.) wird Atropin als Gegenmittel gegeben.

Die Therapie der Herzsymptomatik und des Bluthochdrucks mit Nitraten oder Ca-Antagonisten (evtl. aber nicht zusätzlich Betablocker) ist in schweren Fällen die wichtigste therapeutische Maßnahme.

Gegen die meisten gefährlichen Skorpione sind Antiseren entwickelt worden, wobei aber die Anwendung teilweise sehr umstritten ist, da viele Autoren die Wirksamkeit der Antiseren anzweifeln (z.B. für nordafrikanische Skorpione). Die guten Therapiemöglichkeiten der heutigen Intensivmedizin lassen vor allem die Risiken einer Antiserumtherapie (allergische Reaktionen) stärker in den Vordergrund treten. Einzig bei Tityus (Südamerika) und Centruroides (USA und Mexiko) wird die Antisärumgabe für schwere Verläufe bei Kindern ziemlich unwidersprochen empfohlen.


Futtertierzucht


Grillen und Heimchenzucht

Als Temperaturoptimum ist 25 bis 30°C zu nennen. In unterschiedlichsten Behältern lassen sich Kurzflügelgrillen, Bananen- oder Steppengrillen, Zweipunktgrillen oder Heimchen züchten. Je nach Umfang der Zucht sollten Größen und Anzahl bestimmt werden. Benötigt man Grillen für viele Terrarientiere als Hauptfutter, so lohnt sich ein Sortieren nach Alter und Entwicklungsstadien, das heißt nach Größe der Tiere. Für geringere Bedürfnisse belässt man alle Jungtiere jeweils in den angestimmten Behältern, wo sie mit den älteren gemischt aufwachsen. Eimer, hochwandige Plastikschalen, Holzkäfige oder Glasbassins werden für die Grillenzucht verwandt. Dabei sollten sie stets mit einer sehr dichten Gaze (Müllergaze) verschlossen sein. Als Futter reicht man entweder Fertignahrung (Zierfischfutter wie TetraMin oder diverse Sticks bzw. Forellenpelletts) oder eine Mischung aus verschiedenen tierischen und pflanzlichen Rohstoffen, etwa diverse Blattgemüse, gehäckselte Möhren, Äpfel, Bananen usw., Löwenzahn oder sogar Kartoffelschalen, ergänzt durch Kleie, Fischmehl, Mineralstoffgemische und Vitaminbreie. Die innere Struktur der Zuchtbehälter sollte übersichtlich sein. Aus Pappe oder Papier eingebrachte Verstecke (Eierkartons, Toilettenpapier, Verpackungsreste) müssen stets herauszunehmen sein, da sonst keine Grillen entnommen werden können.Trinkröhrchen (mit Wasser gefülltes Reagenzglas mit Wattestopfen) oder Trinkschälchen (flache Schälchen mit Sand, Kies oder Zellstoff) sind anzuraten.Ein mit halbfeuchter Torferde gefüllter Ablegekasten für die Eier in Form kleiner Plastikdosen dient der Eiablage. Diese Kästen können zum Schlupf der Junglarven regelmäßig erneuert werden, wenn eine in Größen geordnete Aufzucht gewünscht ist.


Schabenzucht

Wenn sich auch Küchen- und Amerikanische Schaben sogar ohne zutun des Pflegers in Wohnräumen ausgezeichnet vermehren, sollte man auf diese Futtertiere verzichten. Darum konzentriert man sich besser auf die sich in Wohnungen nicht selbstständig vermehrten Arten. Die beste Futterschabe ist leider noch immer nicht sehr verbreitet. Es handelt sich um die Waldschabe (Nauphoeta). Sie wird nicht allzu groß und bildet weder stinkende Substanzen, noch harte Chitinränder aus. Aber auch tropische Arten wie Totenkopfschabe (Blaberus), Argentinische Schabe (Blaptica) oder Gewächshausschabe (Pycnoscelus) lassen sich nach dem folgenden Prinzip gut züchten. Die Zuchttemperatur sollte bei 25 bis 30° C liegen. Die Behälter können aus unterschiedlichem Material bestehen, am besten aber aus Glas oder Plastik. In diesem Fall braucht man in der Regel keine Abdeckung, wenn man den oberen Rand dieser Gefäße mit Talkum bestäubt, über den die Tiere nicht hinwegklettern können. Alle anderen Zuchtgefäße müssen mit Gaze verschlossen werden. Als Bodengrund eignet sich etwas trockener Torf. Wiederum sind Pappreste die besten Verstecke für diese Insekten. Man füttert sie mit allerlei Küchenabfällen, jedoch sollten stets ein paar saftige Blätter oder Fruchtstücken dabei sein, um den Flüssigkeitsbedarf der Schaben zu decken. Ein gelegentliches Aussprühen hilft dabei ebenfalls. Da es sich um Futtertierzuchten handelt, darf kein Mangel an Vitaminen bestehen. Darum eignen sich eine Reihe von Fertigfuttersorten in Form von Flocken oder Pellets ausgezeichnet. Sie können aus dem Aquaristik- oder dem Hunde- und Katzenbedarf stammen. Schaben vermehren sich permanent über so genannte Ootheken, so dass stets Jung- und Alttiere vorhanden sind.


Wanderheuschreckenzucht

Mehrere Arten von Wanderheuschecken werden traditionell für die Terraristik, aber auch die Vogel- und Kleinsäugerhaltung gezüchtet. Wenn die einzelnen Arten, denen man unterschiedliche Trivialnamen gab, auch in manchen Details etwas andere Vorzugstemperaturen haben bzw. sich in ihrem Legeverhalten etwas unterscheiden, so ist doch das Prinzip ihrer Zucht gleich. In größeren Kästen (Minimum 50x50x50 cm) aus beliebigem Material, die mit großflächigen Gazebelüftungen versehen sind und die in ihrer Front eine Sichtscheibe haben sollten, lassen sich Wanderheuschrecken halten und vermehren. Da diese Tiere sehr viel Kot produzieren, empfiehlt sich als Boden ein Gitterrost, durch den die Exkremente in einen darunterliegenden, herausnehmbaren Schieber fallen. Eine oben eingehängte Glüh- und Wärmelampe sorgt für eine Temperatur von 30 bis 40°C (je nach Art). Die Grundnahrung aller Wanderheuschrecken besteht aus gekeimten Weißen, der in Plastikschalen ausgesät und permanent parallel zur Heuschreckenzucht kultiviert werden muss. Durch diesen Arbeitsgang wird eine Wanderheuschreckenzucht relativ aufwendig und loht sich nur bei größerem Bedarf an diesen Futtertieren. Nebenbei füttert man auch Blätter anderer Pflanzen( unterschiedliche Arten nehmen verschiedene Blattsorten an), Haferflocken, Kleie und diverse Pellets, die für Pflanzenfresser entwickelt wurden (zum Beispiel Mäusepelletts). Plastikdosen von ca. 10 cm Tiefe eignen sich als Eiablagebehälter. Unterschiedliche Substrate von purem Sand bis hin zu einem Gemisch aus Erde, Torf und Sand (zu etwa gleichen Teilen), die jedoch alle durch Inkubation im Trockenschrank (oder im Backofen) bei etwas über 100°C keimarm gemacht werden sollten.


Schwarzkäferzucht (Mehlwurm)

Für die in der Terraristik üblicherweise gezüchteten drei Schwarzkäferarten sind Temperaturen von 27 bis 30°C das Optimum. Während sich die relativ kleinen Getreideschimmelkäfer und die mittelgroßen, traditionellen, aber auch wenig vitamin- und nährstoffreichen Mehlkäfer Papp- und Stoffreste als Substrate annehmen, sollte man die tropischen Riesenschwarzkäfer in einem lockeren Gemisch aus Torf und Sägespänen halten. Die Haltungsbehälter sind aus Glas oder Plastik und brauchen nur dann abgedeckt zu werden, wenn man nicht ab und zu einen mitunter ausgeflogenen Käfer wieder zurücksetzen möchte. Käfer und deren Larven können nicht an glatten Gefäßwandungen emporklettern. Als Nahrung bietet man den Getreideschimmelkäfern diverse Küchenreste, etwa trockenes Brot, Speck- und Schinkenstücke, Frucht- und Gemüseschalen, aber auch Haferflocken, Milchpulver oder Sojamehl. Ähnliches erhalten die Mehlkäfer, wobei sie eher Weizenmehl, aber auch Kleie, Maismehl, Sojamehl und Trockenhefe bevorzugen. Riesenschwarzkäfer benötigen außer ebensolchem Futter auch tierisches Eiweiß in Form von Hunde- oder Katzenpelletts, aber auch getrockneter Fisch eignet sich für sie als Zusatznahrung. Alle Schwarzkäfer legen ihre Eier relativ regelmäßig und an unterschiedliche Substrate bzw. frei in den Behälter. Während Getreideschimmelkäfer besonders gern an befeuchtetem Gewebe legen, nutzen die Weibchen der Riesenschwanzkäfer Holz- oder Pappstücke. Letztere benötigen übrigens eine höhere relative Luftfeuchtigkeit als die anderen Formen, sie sollte bei 60% liegen